Weblog von torstenm

In Erinnerung an Jens Röhm: Wählt die Signale! Ein Radiokonzert für 144 Handys.

Am 11. März 2010 starb der Hamburger Musiker und Komponist Jens Röhm. Jens hatte Kompositionstechniken in Hamburg studiert und war Gründungsmitglied des Komponisten-Kollektivs Nelly Boyd, das mit vielen wegweisenden Komponisten der Neuen Musik, etwa Alvin Lucier und Phil Niblock, zusammenarbeitete.

LIGNAS Music Box am Samstag, dem 8.Mai, 20 Uhr

Lignas Music Box: SATANISCHE LIEDER
Ruft an unter 040/ 432 500 46, haltet den Telefonhörer an die Box und spielt Eure bösesten Lieder!

Wo das Gute weilt, ist das Böse nicht fern, oder wie Baudelaire feststellte:
„Wenn ich an den Teufel glaube, glaube ich auch an Gott.“
Um folgerichtig in seiner „Litanei des Satans“ an Stelle des biblischen Gottes dessen Widersacher als neuen Herrn der Erde auszurufen, schließlich sei dieser für die Menschen der adäquatere Bezug, denn er nehme sich des Elends der Menschen in einer als Schöpfung misslungenen Welt an:

LIGNAS Music Box am Samstag, 20 Uhr

Samstag, 13.02.2010, 20 bis 23 Uhr
LIGNAS Music Box: Hymnen

Die Stadt hören - Praxisworkshop Ende Oktober

Die Stadt hören

Ein Workshop-Wochenende mit acht Expeditionen
Von Freitag, dem 30. Oktober bis Sonntag, dem 1. November 2009 im Freien Sender Kombinat, Hamburg und im öffentlichen Raum der Stadt.

Situation
In wenigen Städten der BRD war die Entwicklung der Stadt so umkämpft wie in Hamburg. Hafenstraße, Rote Flora und Park Fiction erinnern daran – doch in den letzten Jahren war es verhältnismäßig ruhig geworden. Das Konzept der wachsenden Stadt, das der CDU-geführte Senat seit 2002 verfolgt, ist nicht mehr gründlich herausgefordert worden.
Seit einiger Zeit gelangen immer mehr HamburgerInnen zur Überzeugung, dass dies nicht so bleiben darf. In St. Pauli-Süd rumort es, an verschiedenen Orten fordern KünstlerInnen Räume, im Schanzenviertel organisiert sich ein neues Stadtteilzentrum. Zugleich scheint ein spezifisches Wissen über die Stadt, um einzelne Straßenecken und deren Geschichte ebenso in Vergessenheit geraten zu sein, wie auch die Radikalität, mit der aufgrund der kapitalistischen Wohnsituationen die Gesellschaft im Ganzen einmal kritisiert worden ist. Und die Vision einer völlig anders funktionierenden Stadt ist fast gänzlich verschütt gegangen.

Samstag, 11.7. Lignas Music Box: Mond

Ein alter Babylonischer Mythos erzählt: Es gab Zeiten, da herrschte, sobald die Sonne verschwunden war, tiefste Nacht auf Erden. Nur die Sterne leuchteten von ferne auf die Menschen hinab, die nicht einmal die eigene Hand vor Augen erkennen konnten, geschweige denn die Wände ihrer Häuser, gegen die sie bei Dunkelheit pausenlos liefen. „Diesem Zustand muss ein Ende gesetzt werden!“ rief König Hammurabi und bestellte die besten Chöre und Musiker des Landes zu sich, auf dass sie den dunklen Himmel zum Beben und zum Bersten brachten.

Vortrag von Jeffrey Sconce am 7. Juli

Jeffrey Sconce

Radiophone Psychose und das “Targeted Individual”

Dienstag, 7. Juli, 18.30 Uhr (in englischer Sprache)

Universität Hamburg, Von-Melle-Park 6, Phil-Turm, Hörsaal F

Im Verlauf des letzten Jahrhunderts hat die Psychiatrie das “Hören von Stimmen” zu einem “Symptom ersten Ranges” für Schizophrenie erklärt. Wer von auditiven Halluzinationen betroffen waren, führte sie traditionell auf gespenstische radiophone Technologien zurück. In den letzten zwanzig Jahren ist eine neue Gemeinschaft der “Stimmen-Hörer” bemüht, diese Halluzinationen zu entpathologisieren. Indem sie sich selbst als “TI” für “targeted individuals” d.h Zielpersonen) bezeichnen, vertritt diese Gruppe die Auffassung, dass die Regierung der Vereinigten Staaten eine ganze Reihe elektromagnetischer Übertragungsgeräte zum Implantieren von “Stimmen im Kopf” perfektioniert habe. Im Gegensatz zu traditionellen paranoid Schizophrenen aber bleiben die “TIs” zumindest teilweise voll gesellschaftlich integriert.

Der Vortrag skizziert sowohl die Geschichte dieser Bewegung, als auch die Auswirkungen ihrer Versuche, die Beziehung zwischen Psychose, den politischen Strukturen und technologischen Möglichkeiten neu auszuhandeln

Jeffrey Sconce lehrt an der Northwestern University in Chicago. Er ist Autor des Buches “Haunted Media”, in dem er der Frage nachgeht, in welcher Art von imaginären Vorstellungen und populären Mythen die technische und gesellschaftliche Verfasstheit der Telemedien Radio und Fernsehen sich niederschlagen. So stellt er unter anderem einen Zusammenhang her zwischen der Verbreitung von Erzählungen über die Invasion Außerirdischer und der Ausbreitung der monopolistischen Radio Networks in den USA der 30er Jahre. Derzeit arbeitet Sconce an einem Buchprojekt über das Verhältnis von Psychose und elektronischen Medien im 19. und 20 Jahrhundert.

Der Vortrag findet statt im Rahmen des FSKollegs und ist der Abschluss des zweiten Trimesters dieser Veranstaltungsreihe. Das dritte Trimester beginnt im Oktober 2009, einen umfangreichen Praxisworkshop gibt es bereits Ende September. Weitere Informationen gegen Ende des Sommers!

Ewige Jugend durch Radiowellen - LIGNAS MUSIC BOX 9. Mai

Wie schön ist die Jugend, die doch so schnell vergeht. Vor allem, wenn man sie der Definitionsmacht des Sozialgesetzbuchs unterwirft und staunend zur Kenntnis nimmt, dass Jugendlicher ist, „wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist“. Ob dieser zeitlichen Limitierung ein wenig verwirrt, mag man Schopenhauer zustimmen, der feststellte: „Denn vom Standpunkte der Jugend aus gesehn, ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkte des Alters aus, eine sehr kurze Vergangenheit."

Glück durch Radiowellen!

Samstag, den 13.12.2008, 20–23 Uhr auf FSK 93,0 MHz

Lignas Music Box: GLÜCK

Mag man sich erst einmal darauf einigen, Thomas von Aquins Diktum, das letzte Ziel des Menschen sei das Glück, grundlegend zu akzeptieren und dabei zum Beispiel von Brechts Einwänden vorübergehend absehen („…alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher“), so fangen die Differenzen unweigerlich bei der Definition dessen an, was denn das Glück sein soll. Rousseau wusste darauf nur eine Antwort zu geben:

Radio Osdorfer Born am 29.11. von 12 bis 14 Uhr

Das Radio geht spazieren in der Siedlung Osdorfer Born, es trifft an öffentlichen Orten Menschen, die hier leben und arbeiten, führt Gespräche mit ihnen und lässt sich den Ort zeigen, von dem viele schon gehört haben aber den nur wenige Hamburgerinnen und Hamburger kennen. Die Lifesendung wird über die Lautsprecher transportabler Radiogeräte vor Ort in den StadtRaum ihrer Entstehung übertragen und lädt alle dazu ein, ihre Erfahrungen mit derm Leben vor Ort zur Diskussion zu stellen.
Eine Kooperation von FSK und der Wiener Künstlerin Romana Hagyo

WELTUNTERGANG! Lignas Musikbox am 8.11.

Online hören

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