Camera obscura

27.01.2012 - 19:00
27.01.2012 - 20:00
Kurzbeschreibung: 
Am 31.1.2012 stellt die französische Historikerin Sylvie Lindeperg ihre Studie zum Essayfilm „Nacht und Nebel“ im Metropoliskino vor.
Beschreibung: 

Bis heute ist Alain Resnais Essayfilm „Nacht und Nebel“ (1955) mit seiner Musik von Hanns Eisler einer der maßgeblichen Filme über die NS-Konzentrationslager. Als der Film beim Filmfestival Cannes im Wettbewerb laufen sollte, intervenierte die Regierung der Bundesrepublik mit dem Argument, der Film würde die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich vergiften. Am 31.1.2012 stellt die französische Historikerin Sylvie Lindeperg ihre umfassende Studie über „Nacht und Nebel“ im Hamburger Metropoliskino vor (auf deutsch bei Vorwerk8 erschienen). Nach Filmvorführung und Gespräch mit Sylvie Lindeperg folgt Chris Markers „Henchman Glance“ (F 2008, 32’, eUT). Er zeigt, wie der NS-Täter Adolf Eichmann den Film Nuit et brouillard während seines Prozesses in Jerusalem sieht. Die 1961 heimlich gefilmten Blicke Eichmanns versieht Marker mit den zugehörigen Gegenschüssen aus Nacht und Nebel, an dem Marker 1955 selber mitgearbeitet hatte. In der Sendung hört ihr ein Gespräch mit dem Filmhistoriker Thomas Tode, der die Veranstaltung kuratiert hat - und wir unterhalten uns über den Essayfilm als Form politischen Filmschaffens.

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