FSK-Workshop #1 – Öffentlichkeit und »freies Radio« (21.09.18 | 19:30 | FSK)

Von 16–17 Uhr gibt es heute (Freitag, 21. September 2018) im Nachmittagsmagazin für subversive Unternehmungen eine Vorschau auf den ersten FSK-Workshop, zu dem Ihr heute Abend alle herzlich eingeladen seid.
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FSK-Workshop #1
ÖFFENTLICHKEIT UND »FREIES RADIO«
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Einladung zu einem ersten Workshop im Freien Sender Kombinat
Freitag, 21. September 2018, 19:30 Uhr, FSK
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Als Radioprojekt bewegt sich das FSK im öffentlichen Raum. Doch was ist das überhaupt – „Öffentlichkeit“? Und gibt es etwa die „eine“ und dann zumeist als „bürgerlich“ etikettierte Öffentlichkeit, der Widerstand entgegengesetzt werden müsste, etwa in Form einer „Gegenöffentlichkeit“? Solche Fragen sind nicht etwa akademischer Natur. Von ihnen hängen nicht zuletzt Perspektiven und weitere Entwicklungen des FSK ab.

Wir haben vor kurzem die Initiative zu Workshops innerhalb des FSK ergriffen, um einen Bei­trag zur Entwicklung einer dringend notwendigen inhaltlichen Arbeit zu leisten. Sie ist nicht nur unverzichtbar, um den Prozess einer Selbstverständigung der am Sender Beteiligten zu stärken oder erst wieder in Gang zu bringen. Sie ist ebenso erforderlich, um Blockaden zu überwinden, die das FSK seit geraumer Zeit lähmen.

Die Frage nach der Öffentlichkeit oder den vielen Öffentlichkeiten, in denen sich das FSK bewegt, schien uns ein geeigneter Einstieg in diese Ausein­andersetzung zu sein. Wir laden alle am Sender Beteiligten dazu ein, in die Diskussion einzutreten und gemeinsam neue Perspektiven für das FSK zu erarbeiten. Wir werden versuchen, die gemeinsame Diskussion durch drei „Impulsreferate“ zu eröffnen.

Strukturwandel der Öffentlichkeit
(Hans-Joachim Lenger)
Ausgehend von dem prägenden Buch von Jürgen Habermas soll die Frage aufgeworfen werden, ob die sogenannte Öffentlichkeit nicht von Anfang an in vielfache Öffentlichkeiten zerfiel. Ihre Heterogenität dürfte zum einen mit Klassendifferenzen und sozialen und politischen Kämpfen, zum andern aber mit den medientechnologischen Revolutionen zu tun haben, von denen die vergangenen zwei Jahrhunderte geprägt waren. Sie brachten nicht nur Öffentlichkeit hervor, sondern ließen sie in ebenso viele unterschiedliche Öffentlichkeiten zerfallen: Presse, Kunst, Literatur, Rundfunk, Film, Fernsehen und Internet richten sich an unterschiedliche Sinne und schaffen unterschiedliche Kulturen – auch des Körpers. Sie erzeugen ein differentes Gefüge von Wahrnehmungsweisen und Realitätszugängen, die keinem homogenen Begriff von „Öffentlichkeit“ gehorchen. Von hier aus sollen Thesen zu den Aufgaben eines „freien“ Radios unter aktuellen medienpolitischen Bedingungen entwickelt werden, die zur Diskussion einladen.
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Transformationen des »freien Radios«
(Julian Einfeldt)
Das „freie Radio“ hat selbst eine Geschichte. Aus mitunter illegalen Aktionsformen von Piratensendungen stammend, ist es in die öffentlichen Strukturen integriert worden und spielt mittlerweile eine ebenso umstrittene, mitunter umkämpfte Rolle. Die Gründung des FSK vor etwa 20 Jahren erfolgte in einer politischen und medientechnologischen Situation, die von der heutigen deutlich verschieden war. Das Internet und die ihm spezifischen Techniken einer Zirkulation von Informationen, Meinungen und Kampagnen erzielt ungleich höhere Geschwindigkeiten als das Radio. Rundfunk ist eine, daran gemessen, anachronistische Technologie. Das bedeutet weder, dass er überflüssig noch bedeutungslos ist. Allerdings muss er sich, um seine Qualitäten ausspielen zu können, auf seine eigenen Stärken besinnen und Techniken einer Intervention in unterschiedlichen medialen Gefügen entwickeln, die er reflektiert, mit denen er korrespondiert und Beziehungen unterhält, die möglichst große politische Wirkung entfalten können.
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Interventionen und Versagen des FSK
(N.N.)
Um exemplarisch bestehende Schwä­­chen des FSK diskutieren zu können, schlagen wir vor, die Rolle des Senders bei den G20-Konflikten in Hamburg zu thematisieren. Seine Aufgabe, Informationen und Positionen zu bündeln, die in eine weitgehend gleichgeschaltete Medienkonstellation hätten einwirken können, ist der Sender in keiner Weise gerecht geworden. Hier artikulierte sich wie in einem Brennpunkt ein Versagen, das sich in weniger zugespitzter Form im alltäglichen Sendebetrieb wiederholt. In welchen inhaltlichen und organisatorischen Formen kann das FSK Konsequenzen aus seinem Versagen ziehen? Wie lassen sich die heterogenen Sendungen unterschiedlicher Redaktionen und Einzelpersonen aufeinander beziehen, ohne an ihrer Eigenständigkeit zu verlieren, gleichwohl aber das FSK strukturell zu einer Instanz zu machen, die zu einer unverzichtbaren Stimme in Hamburg wird?

Der Workshop, zu dem wir einladen, soll der erste einer Reihe sein. Es gibt bereits einige Vorschläge zu künftigen Themen, die bei dem Treffen am 21. September 2018 diskutiert, erweitert und dann verbindlich gemacht werden können.
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Die Workshop-Organisator*innen sind FSK-Aktive aus unterschiedlichen Redaktionen und Sendungen sowie aus den Radiogruppen Stadtteilradio, projekt_r und Radio Loretta
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