Aus Gründen vorab aus dem transmitter 12/2018-01/2019: Ein schwerer antisemitischer Angriff – Deutschland im Herbst 2018

Ein schwerer antisemitischer Angriff – Deutschland im Herbst 2018
Was denkenden Menschen im Land der unbegrenzten Zumutbarkeiten zugemutet wird, hat im Oktober dieses Jahres eine Bereicherung erfahren:
Der Spiegel Nr. 43 vom 20.10. 2018 hat unter dem Titel Der gefühlte Jude ein Dokument eines zunehmend antijüdisch auftretenden Zeitgeistes geliefert, das nur auf den ersten Blick ausschließlich Wolfgang Seibert als Mitbegründer und Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Pinneberg bzw. als Vorstandsmitglied im Schleswig-Holsteinischen Landesverband der jüdischen Reformgemeinden zum politischen Feind erklärt. Missgünstig wird in dem Artikel festgestellt, dass Herr Seibert seine Aufgaben als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Pinneberg hervorragend erfüllt hat, was sich daran zeige, zu Fragen des Judentums, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in der gesamten insbesondere aber kritischen Öffentlichkeit und bei christlichen Konfessionen gefragt zu sein. Die Spiegelautoren schaffen es, höchst paradox den zurückgetretenen Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde gleichzeitig als Jude anzugreifen und mit willkürlich zusammengesuchten Material zu allerlei Themen zu bestreiten, er sei überhaupt Jude. Das spricht für eine Agenda, für die das völlig gleichgültig ist. Die vielen verdrängten Zweifel, die sich in ständigen Rechtfertigungen und Relativierungen äußern, bezeugen, dass das schlechte Gewissen mitgeschrieben hat. Was historisch im Zeitalter europäischer Aufklärung und gesellschaftlichen und staatlichen Assimilationsdruck eine Tendenz zur Konfessionalisierung und Religionisierung des Judentums hervorbrachte und allmählich zu verschiedenen modernen Strömungen innerhalb der Judenheit, schließlich zum Reformjudentum führte, erfolgte nach institutionellen Vorbildern des protestantischen Christentums und diente dazu an Prinzipien wie der Religionsfreiheit partizipieren zu können. Genau das oder Ähnliches zu vertreten, wird im Spiegel unterschwellig vorwurfsvoll einem Menschen vorgeworfen, obwohl das nahezu auf alle Juden zutrifft und kein Alleinstellungsmerkmal für die attackierte Person ist. Obwohl in den letzten 15 Jahren nicht nur einmal seine jüdische Identität überprüft wurde, werfen die Autoren vor, diese hätte man die ganze Zeit nicht „öffentlich“ hinterfragt. Etwas, was allein Rabbinern und Gemeinden zustünde, maßen die Autoren sich an, in eigener Regie besser zu können, ohne allerdings den Charakter der eigenen Quellen in angemessener Weise zu überprüfen. Welches Bild eines Menschen herauskommt, wenn ausschließlich diejenigen gefragt werden, bei denen jener mal angeeckt ist oder über den er sich maßlos geärgert hat, sei der Phantasie eines jeden überlassen. Nicht minder schamlos ist es, Jahrzehnte alte Jugendsünden wider besseren Wissen auch noch in Zusammenhänge zu pressen, in die sie nicht gehören. Willentlich oder nicht werden jüdische Gemeinden oder die Juden überhaupt implizit als Gangsterbande assoziiert, die unter dem Schutzschild jüdischer Identität sich unangreifbar machen, obwohl zunehmend die Tabus nach der Vernichtung der europäischen Juden gefallen sind und an die Stelle eines angeblichen Schutzes einer Opferidentität, „Du Opfer“ oder „Du Jude“ in manchen Szenen als Schmähung verwendet wird. Das „Gegen Juden darf man ja nichts sagen“ (Opferidentität) gehört neben anderen gebrauchten Formulierungen überdies zu den antisemitischen tickets, die in alten wie neuen Antisemitismus-Studien abgefragt werden und gehören zum „sekundären Antisemitismus“, der nicht mehr nur unterschwellig aus den neuen wie alten Medien quillt. Was eine zivilisatorische Errungenschaft des Judentums ist, dass wenn Streit oder Zweifel entstehen, allein Rabbiner und Gemeinden darüber urteilen, maßen die Autoren sich an, in eigener Regie besser zu können, ohne allerdings den Status der eigenen Quellen in angemessener Weise überprüfen zu können. Ob z.B., als 1933 die katholische Diözesen und evangelische Pfarrämter den Staatsbehörden ab April 1933 Auskünfte aus ihren Kirchenbüchern erteilen mußten, die vor das 18. Jahrhundert zurückreichten, mutigere Kirchenleute Einträge veränderten, weil sie erahnten oder wussten, wofür sie gebraucht werden, stellt sich nicht einmal als Frage. Wie jeder Mensch weiß auch ein Jude nicht mehr über sich als, was er durch Erfahrung, Nachdenken und Vermutungen erarbeitet hat. Das hätte einer der Autoren wissen können, nachdem er in einem Interview mit Saul Friedländer erfuhr, dass dieser im katholischen Kloster das Dritte Reich überlebte und noch als K-Freitag und der Seder-Abend zusammenfiel, den Verzehr von Fleisch ganz christlich verweigerte, als das fleischige Mahl verweigerte.

Gruppe fünf nach zwölf

Um dem Geschwurbel hier

Um dem Geschwurbel hier entgegen zu wirken habe ich zwei Fragen:

1."...maßen die Autoren sich an, in eigener Regie besser zu können, ohne allerdings den Charakter der eigenen Quellen in angemessener Weise zu überprüfen."

Welche Fakten aus dem Artikel sind hier gemeint? - Wie kommt ihr darauf, es sei nicht in angemessener Weise überprüft worden? Bitte Präzise und keine Floskeln.

2. Ist Seibert ein geborene Jude und Kind von KZ Überlebenden, Ja oder Nein? Er selber hat darauf nicht geantwortet und Kritiker des Spiegel Artikels auch nicht. Eben sowenig dieser Beitrag. Also, ja oder nein?

Klare Antwort...nein er ist

Klare Antwort...nein er ist halachisch kein Jude..Gijur auch nicht.
Gute Recherche der Journalisten.

Stellungnahme zum Umgang des

Stellungnahme zum Umgang des FSK mit Wolfgang Seibert
Einige Sendende im FSK, 28.11.2018

Im Spiegel vom 19.10.2018 erschien ein Artikel über Wolfgang Seibert, zu diesem Zeitpunkt noch Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, zu dem sich inzwischen verschiedene Autor*innen geäußert haben, darunter auch eine Gruppe „fünf nach zwölf“ auf der Website des FSK mit der Ankündigung, ihre Erklärung ebenfalls im transmitter zu veröffentlichen. Große Einigkeit scheint vor allem in zwei Punkten zu bestehen: dass eine antisemitische Ausrichtung des benannten Spiegel-Artikels zu kritisieren sei und dass es die Angelegenheit der Jüdischen Gemeinden und ihrer Mitglieder ist, zu befinden, ob jemand jüdisch ist oder nicht. Beides wollen wir an dieser Stelle weder thematisieren noch diskutieren, auch wenn wir die Gegenfrage aufwerfen möchten, warum es gerade dieser Artikel des Spiegel ist, der solch große Empörung hervorruft, während beispielsweise die Berichterstattung des Magazins zu Israel im FSK de facto kein Thema gewesen ist. Dennoch ist es legitim, den SPIEGEL-Artikel zu kritisieren.

Zentral für uns ist aber vielmehr, dass Wolfgang Seibert sich die Biografie eines Nachkommen von Auschwitz-Überlebenden oder sogar Ermordeten angeeignet hat. Wir formulieren dies nicht im Konjunktiv, weil es entgegen der vielfach geäußerten Meinung, wie schwer es mit einer solchen Biografie angeblich sei, Dokumente seiner Familiengeschichte vorzulegen, dank der Arbeit von Institutionen wie Yad Vashem tatsächlich sehr viel schwieriger ist, dies nicht belegen zu können.

Um nicht missverstanden zu werden: selbstverständlich kann es nicht darum gehen jede biografische Erzählung eines Shoah-Überlebenden oder eines seiner Nachkommen mit der Nachfrage nach Dokumenten oder Unterlagen zu hinterfragen – der Vorwurf allerdings, hier könnte sich ein Täter-Kind, als Enkel von Auschwitz-Überlebenden ausgegeben haben, sollte nicht nur von denjenigen ernst genommen werden, die, wie es in der Zeitschrift „konkret“ formuliert wurde, „persönlich“ mit Wolfgang Seibert zu tun haben, sondern auch von Wolfgang Seibert selbst. Zumal es des kritikwürdigen Artikels im Spiegel gar nicht bedurft hätte, um offenkundige Unwahrheiten in seiner Familienerzählung, aber auch in seiner persönlichen und politischen Biographie, zur Kenntnis zu nehmen.

Seibert hat die inneren Widersprüche seiner Geschichte so vielfach in die Öffentlichkeit getragen, in Radiointerviews, in Vorträgen, in der Zeitung, in Buchform, dass sie als zeithistorische Schilderung legitimer Teil einer öffentlichen Auseinandersetzung sind. Die äußeren Quellen, die der Spiegel veröffentlicht hat – und die auch durch den Tonfall des Artikels nicht unwahr werden, sind nicht notwendig, um schon im Prozess der „inneren Quellenkritik“ festzustellen, dass es, so wie Seibert es erzählt, nicht gewesen sein kann.

Statt einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den aufgeworfenen Fragen, auch durch Wolfgang Seibert selbst, gab es lediglich die Erklärung seines Anwalts in der von „Teilinformation“ und dem „Weglassen anderer Information“ zu lesen ist, als ginge es hier um etwas, was leicht zu missverstehen sei. Zusätzlich wird hier von jüdischen Pflegeeltern gesprochen, von denen bislang weder in einer seiner Veranstaltungen, dem Buch „Verheerende Bilanz“, noch in einer seiner vielen Radio-Sendungen die Rede war. Warum nicht? Und ist dies als Bestätigung zu verstehen, dass die häufig erwähnten Großeltern eine Erfindung sind? Sich eine solche Erzählung für eine politische Biografie nutzbar zu machen, ist keine Lappalie und kann auch kein Missverständnis sein. Die Geschichte der Verfolgung und Vernichtung, bedeutete für Überlebende eine Traumatisierung, die nicht nur das menschliche Fassungsvermögen übersteigt, sondern auch das Leben nachfolgender Generationen maßgeblich mitbestimmt hat.

Der gegenwärtige Zustand, dies weder ausreichend ernst zu nehmen, noch auf FSK-Ebene überhaupt zu thematisieren, ist nicht erträglich. Das FSK hat sich zum Medium gemacht, über das Wolfgang Seibert die Umkehrung von einer familiären Täter- hin zu einer Verfolgten-Biographie einer breiten Öffentlichkeit präsentieren konnte; viele Vorträge von Seibert liefen im Radio – das muss ein Ende haben. Gerade, wenn es um die Shoah geht, dann verbietet es sich, historische Wahrheit zur Disposition zu stellen. Wir sind nicht bereit, ein solches Umgehen mit der deutschen Geschichte mitzutragen.

Einige Sendende im FSK, 28.11.2018

All die enttäuschten

All die enttäuschten Christkinder, deren Popstar sich als Mensch erwiesen hat...

=D aber dieses mal machen

=D aber dieses mal machen sie nicht mit! mit der deutschen geschichte wird korrekt umgegangen!

Sarah, wir Demokraten, die

Sarah, wir Demokraten, die wissen was da gelaufen ist, können dir das nur bestätigen.
Der Schwindel ist nach vielen Jahren, gedeckt durch Verantwortliche, durch die Recherchen des SPIEGEL aufgedeckt worden. Das passt einer Clique beim FSK natürlich nicht. Offenbar sind einige jetzt aufgewacht und geben Kontra, das wurde auch höchste Zeit.
Mal sehen, ob die Zensur des demokratischen FSK meinen Beitrage überhaupt veröffentlicht.
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https://www.fsk-hh.org/blog/2018/10/27/dokumentation_stellungnahme_von_r...

Ach dann lest einfach mal da nach. Sind das jetzt auch alles Antisemiten und Nazis?
Nordkirche distanziert sich von Wolfgang Seibert
https://www.evangelisch.de/inhalte/153309/12-11-2018/nordkirche-distanzi...
Der Fall des Gemeindevorstands Wolfgang Seibert hat viel Schaden angerichtet. Der Rücktritt ändert daran wenig
https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/33150/highlight/seib...

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25337 Der größte Lump im ganzen Land.....
Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski,

Der FSK-Semantikakrobat hat in einer Sendung die Anmaßung des "Dr"-Titels durch Seibert, als "virtuell in den Doktorstand erhoben" geschwafelt. Dümmer geht es nun wirklich nicht mehr.

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