Wir dokumentieren eine Mitteilung der Black Community in Hamburg Black Community in Germany

WIR GEDENKEN BRUDER TONOU-MBOBDA

Morgen, Samstag von 16.00 - 19.00* Uhr versammeln wir uns ein letztes mal zur Gebetswache.
*Am Sonntag, den 28.04.2019, ist genau eine Woche seit dem tödlichen Übergriff vergangen.*
Ort: Universitätsklinikum Eppendorf, Gebäude W37, Martinistraße 52

Triggerwarnung

Am 21.04.2019 kam es im UKE zu einem rassistischen, menschenverachtenden, brutalen und tödlichen Übergriff durch "Security"-Kräfte gegen *Bruder TONOU-MBOBDA*.
Er wurde im Anschluss eine Stunde lang reanimiert und dann in ein künstliches Koma versetzt.
Am heutigen *Freitag, den 26.4.2019, ist er nun leider gestorben*.

Die Black Community in Hamburg *leistet der Familie* in dieser schwierigen Zeit *Beistand und gedenkt dem Bruder TONOU-MBOBDA*.

*Morgen, Samstag von 16.00 - 19.00* Uhr versammeln wir uns ein letztes mal zur Gebetswache.

*Am Sonntag, den 28.04.2019, ist genau eine Woche seit dem tödlichen Übergriff vergangen.*

*????AN DIESEM TAG VERSAMMELN WIR UNS UM 11:00 UHR AM TATORT????*
Einem Ort, an dem unser Bruder Schutz suchte, stattdessen jedoch brutal umgebracht wurde.
*Bringt eure Familie und Freunde, sowie Kerzen und Blumen mit*. ????????

Wir wollen unserem Bruder einen würdigen Übergang zu unseren Ahninnen bereiten.

Ort: Universitätsklinikum Eppendorf, Gebäude W37, Martinistraße 52

????✊???????????? *Touch one - Touch all* ????????✊????????

Mit Segen der Ahninnen

Unterzeichnet:
Black Community in Hamburg
Black Community in Germany

Presseerklärung Zum Vorfall

Presseerklärung

Zum Vorfall am 21.04.2019 am Hamburger UKE, welches den Tod des Menschen Herrn Tonou-M zur Folge hatte.

Am 21.04. kam es zu einem Übergriff seitens der Sicherheitskräfte vom UKE auf den Patienten Herrn Tonou-M. Herr Tonou-M hat sich freiwillig in die Behandlung des UKE begeben und dort Hilfe und Unterstützung gesucht. Laut Medienberichten zur Folge soll Herr Tonou-M zum Zeitpunkt des Zugriffs/Übergriffs friedlich im Außengelände gesessen haben und sich bei einer Zigarette versucht haben, zu entspannen. Weiterhin wird von rassistischen Äußerungen des Personals während des Vorfalls gemutmaßt. Nach den uns vorliegenden Informationen soll zu diesem Zeitpunkt kein Beschluss nach dem Hamburger PsychKG vorgelegen haben. Lediglich von einer Anregung zu einem Beschluss soll angedacht gewesen sein. Seit diesem Übergriff lag Herr Tonou-M im Koma auf der Intensivstation des UKE.

Am Freitag den 26.04.2019 erlag Herr Tonou-M den Folgen dieses Übergriffes.

Der Verein Genesungsbegleitung und Peerberatung Hamburg (GBPH) e.V. ist bestürzt über diesen Vorfall und den sich nun gezeigten Folgen. Wir trauern mit den Angehörigen um den Verlust dieses Menschen.

Wir vom Verein GBPH e.V. verurteilen aufs Schärfste die Vorgehensweise seitens des Sicherheitsdienstes des UKE! Wir fordern eine lückenlose Aufklärung dieses Vorfalls!

Aus uns vorliegenden Betroffenen-Berichten, soll dieses am UKE kein Einzelfall gewesen sein. Uns liegen Informationen vor, nach denen das Sicherheitspersonal einer jungen Frau gewaltsam in den „Rücken gesprungen“ ist, sie zu Boden drückte und die Ärzte mittels Spritze die junge Frau ruhig gestellt haben.

Folgende Fragen stellen sich uns:

• Ist es am UKE (und in anderen Hamburger Kliniken) üblich, dass Sicherheitspersonal unterstützend hinzugerufen wird, um das Klinikpersonal bei Maßnahmen durch das PsychKG zu helfen?
• Ist dieses Sicherheitspersonal geschult im Umgang mit Menschen mit einer psychiatrischen Erkrankung?
• Haben die Sicherheitsmitarbeiter Schulungen erhalten in deeskalierenden Maßnahmen?
• Wer entscheidet bei Maßnahmen nach dem Hamburger PsychKG?
• Ist es das medizinische Personal oder agiert das Sicherheitspersonal eigenverantwortlich?
• Wann und durch wen wird die Polizei bei solchen Vorfällen hinzugezogen?
• Wie werden solche Vorgänge, die im Rahmen des PsychKG geschehen, dokumentiert?

In diesem Zusammenhang möchten wir gerne unser Ehrenmitglied Dorothea Buck zitieren.
Sie hat ihr ganzes Leben für eine bedürfnisangepasste Psychiatrie gekämpft und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Sie erhielt zwei Klassen des Bundesverdienstkreuzes: 1997 das Verdienstkreuz 1. Klasse, 2008 das Große Verdienstkreuz. Im Februar 2017 verlieh ihr der Senat der Hansestadt Hamburg die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Silber.

Ihr liegt es bis heute sehr am Herzen, dass in der Psychiatrie mit den Menschen gesprochen wird und sie einen würdevollen und menschlichen Umgang erfahren, damit sie ihre Lebenskrisen ohne Schaden überwinden können.

Sie sagt: „Solange wir miteinander reden, bringen wir uns nicht um“

Ihr ist es zu verdanken, dass wir in Hamburg das trialogische Psychose-Seminar am UKE haben, in dem sich die Menschen (Betroffene, Angehörige, Ärzte, Psychologen) regelmäßig austauschen und unterstützen. Auch an anderen Orten gibt es diverse trialogische Veranstaltungen, weil man gemerkt hat, dass diese den Menschen helfen und für mehr Verständnis sorgen.

Dorothea Buck unterstützt die aktiven Genesungsbegleiter mit Rat und ihren eigenen Erfahrungen und es ist ihr sehr wichtig, dass Genesungsbegleiter ein fester Bestandteil im psychiatrischen System werden und dafür auch eine wertschätzende Entlohnung erhalten.

Hamburg, den 27.04.2019

Der Vorstand
Bernd Andreas Czarnitzki Rita Frömming Reiner Ott

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