rotten system! - rotten world? - [exit!-Lesekreis HH]

14.11.2018 - 08:00
14.11.2018 - 10:00

Leni Wissen: Geschichte der

Leni Wissen: Geschichte der Armenfürsoge

„Geschichte der Armenfürsorge“, von Leni Wissen im Rahmen des
EXIT!Seminars 2018 „Klasse und soziale Frage“ gehaltener Vortrag : `Arbeit` als zentrale Tätigkeitsform im Kapitalismus impliziert ein besonders Verhältnis zur Nicht-Arbeit. Das Verhältnis von ‚Arbeit‘ und ‚Nicht-Arbeit‘ ist dabei gerade für die Strukturierung von sozialen Verhältnissen maßgeblich. Dies spiegelt sich im Umgang mit Armut wieder, wie ein Blick auf die Geschichte der Armenfürsorge zeigt. Mit der Entstehung der Wert-Abspaltungsgesellschaft begann sich die Unterscheidung zwischen würdigen, d. h. arbeitenden, und unwürdigen, d. h. nicht-arbeitenden, Armen durchzusetzen und prägte die Ausformung des entstehenden Sozialwesens maßgeblich. Die Geschichte der Armenfürsorge ist dabei eng mit der Geschichte des Antiziganismus verzahnt. Denn im Antiziganismus sind soziale und rassistische Diskriminierung untrennbar verbunden. Angesicht der allgemeinen Verwilderungstendenzen im Zuge der postmodernen Krisendynamik des Kapitalismus scheint sich dabei ein ‚struktureller Antiziganismus‘ (Roswitha Scholz) als Krisenverarbeitung für eine abstürzende Mittelschicht geradezu anzubieten und muss als Hintergrundrauschen auch für die Umstrukturierung des Sozialstaats im verfallenden Kapitalismus mitgedacht werden, was exemplarisch an dem ‚aktivierenden Sozialstaat‘ in Deutschland gezeigt werden soll.
Der Exit! Lesekreis Hamburg sendet...
https://exit-lesekreis-hh.de/... jeden 2. Mittwoch im Monat von 8 - 10 h im FSK Beiträge zu aktuellen oder theoretischen Themen aus wert-abspaltungs-kritischer Sicht.

liebe interessierte, die

liebe interessierte, die radiosendun mit Leni Wissen: "Geschichte der Armenfürsoge" wird auf später (vermutlich Januar 2019 verschoben). pardon!

Begleitend zu unserem aktuellen Schwerpunktthema „Digitalisierung“
hatten wir Werner Seppmann am 18. Oktober zur Vorstellung seines Buches
„Kritik des Computers. Der Kapitalismus und die Digitalisierung des
Sozialen“, erschienen im Mangroven-Verlag, ins Centro Sociale
eingeladen. Hier die Aufnahme zum nachhören : „Es geht bei der kapitalistischen Verwendungsweise des
Computers um mehr als die skandalösen Erfassungs- und
Kontrollaktivitäten, denn sie führt zu problematischen Veränderungen in
vielen Lebensbereichen: Durch die Verallgemeinerung digitaler Techniken
erodieren zivilisatorische Standards, veröden Alltagsbeziehungen und
wird ein marktkonformer Lebensrhythmus durchgesetzt. Die
Persönlichkeitsstruktur wird durch die „Computer-Praxis“ so umgeformt,
dass sie mit der ununterbrochenen Tätigkeit der Märkte und
Informationsnetze übereinstimmt. Digital flankierte Anpassungsprozesse
sind die aktuellen Mechanismen, mit denen der Kapitalismus sich jene
Menschen schafft, die er für sein reibungsloses Funktionieren auf
hochtechnologischer Grundlage benötigt.“

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